Kauf Tipps

Worauf achten beim Android-Kauf?

Wer ein Android Handy kaufen will, hat es gut: Die Auswahl ist riesig, das Spektrum reicht vom günstigen Mini-Handy bis zum Quad-Core Superphone mit Riesendisplay. Mittlerweile ist wirklich für jeden Geschmack, jeden Geldbeutel und jedes Anwendungsprofil ein passendes Gerät dabei.

Wer ein Android Handy kaufen will, hat es aber auch schwer: Derzeit sind über 80 Android Handys am Markt verfügbar – für welches soll man sich da entscheiden?

Wir sammeln hier Tipps und Erfahrungswerte für verschiedene Entscheidungskriterien, die bei der Auswahl des passenden Geräts helfen können.

Display und Auflösung

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den kapazitiven und den ungenaueren resistiven Touchscreens. Letztere verschwinden aber zunehmend vom Markt, aktuelle Android Handys haben praktisch nur mehr kapazitive Screens, die sich ohne Stift bedienen lassen, und fast ausnahmslos Multitouch unterstützen. Nur bei sehr billigen bzw älteren Handys sollte man auf diese Merkmale achten.

Am unteren Ende des Preisspektrums findet man etwa 3 Zoll große Displays (~7,6 cm Durchmesser) mit einer Auflösung von 240×320 Pixeln. Dies reicht für die Bedienung der Grundfunktionen des Handys völlig aus. Soll das Handy aber auch regelmäßig für komplexere Anwendungen wie Websurfen verwendet werden, wird man sich bald eine höhere Auflösung wünschen.

Bei einem Vergleich der üblichen Display Auflösungen erkennt man schnell den Unterschied: während man bei geringen Auflösungen kaum etwas erkennt und sehr nah an die Seite heranzoomen muss, um den Text lesen zu können, erlauben hohe Auflösungen wie zB 480×800 Pixel schon fast das Betrachten ganzer Seiten. Sobald man an die Textspalte heranzoomt, kann man ganze Artikel bequem und im Orginal Web-Layout lesen. Auch die Nutzung komplexer Formulare wird möglich, was zB bei einer Hotelbuchung unterwegs nützlich sein kann. Wir empfehlen daher eine Auflösung von mindestens 320×480 Pixeln.

Verschiedene Display Auflösungen im Vergleich

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Displaytechnologie und die daraus resultierende Farb- und Kontraststärke des Displays.

Klassische LCD Displays werden von hinten beleuchtet und lassen an den jeweils richtigen Stellen Licht durch. Aus vielen kleinen Punkten (Pixel) entsteht so das richtige Bild. Um Farben darstellen zu können, besteht jeder Punkt aus drei „Sub-Pixeln“ in den Farben Rot-Grün-Blau. Die richtige Mischung ergibt die Farbe. Die Beleuchtung läuft aber zu jeder Zeit gleich stark, auch bei hauptsächlich schwarzem Bild, was sich auf den Stromverbrauch und auch den Schwarzwert auswirkt.

Dies ist der wichtigste Unterschied zur AMOLED Technologie: Diese besteht aus vielen kleinen LED-Zellen, die selbst leuchten. Auch AMOLED Displays erzeugen Farben durch Mischung der drei Grundfarben, doch in einem Punkt sind sie überlegen: Schwarz entsteht durch abschalten der LED – daher ist eine schwarze Fläche auch vollständig dunkel, und verbraucht auch keinen Strom. Bei Sonnenlicht wirkt sich dies ausserdem positiv auf die Lesbarkeit aus. Allerdings können bei AMOLED Displays weniger Subpixel eingesetzt werden, weshalb gleich große LCD Displays bei gleicher Auflösung oft schärfere Bilder liefern.

Grundsätzlich steigt mit der Displaygröße auch der Stromverbrauch des Handys, sowie natürlich…

Größe und Gewicht

Die vielen Fähigkeiten und das große Display eines Android Smartphones haben natürlich ihren Preis: man trägt fortan ein größeres und schwereres Gerät mit sich herum. Während klassische Handys oft nur 80 Gramm wiegen, kann es bei Smartphones auch das doppelte sein.

Allerdings gibt es hier große Unterschiede, auch bei ähnlich ausgestatteten Geräten, je nach den verwendeten Materialien. Vor dem Kauf sollte man außerdem abwägen, ob die gewünschten Funktionen des Handys auch das entsprechende Gewicht wert sind: Braucht man die Tastatur wirklich so oft? Ist ein großes Display wirklich so wichtig? In unserer Vergleichstabelle können Sie die aktuell verfügbaren Android Handys nach Gewicht und Größe sortieren.

CPU, Prozessorleistung

Die Fähigkeiten eines Smartphones werden hauptsächlich vom eingebauten Prozessor bestimmt. Die aktuell verfügbaren CPUs sind in der stromsparenden ARM-Technologie gefertigt und werden mit Taktfrequenzen von 400 MHz bis zu 4x 1500 MHz (Quad-Core) angeboten. Neuere Modelle haben zusätzlich spezielle Grafik-Prozessoren mit Video-Beschleunigung eingebaut.

Zwar reichen auch die langsameren Modelle für Grundfunktionen aus, aber schon die grafisch aufwändigen Benutzeroberflächen samt Spezialeffekten (Multitouch-Zoom, Scrolling, 3D-Effekte) brauchen einiges an Rechenleistung. HTC musste zB einige Effekte seiner Sense Oberfläche im HTC Legend deaktivieren, da dessen 600MHz CPU damit überfordert wäre.

Wer auf flüssige Bedienung, schnelles Webbrowsen und Spieletauglichkeit wert legt, sollte zumindest eine CPU der neueren Generation mit 1000 MHz oder mehr wählen.

Für die fehlenden Grafikeffekte entschädigt eine langsamere CPU allerdings durch weniger Stromverbrauch und damit einer längeren Laufzeit.

Speicher

Das Betriebssystem und die vielen Apps, die auf Smartphones heute laufen, brauchen natürlich Arbeitsspeicher. Billige Handys kommen hier mit 128 MB Ram oder noch weniger sehr schnell an ihre Grenzen, und werden sich auch nicht für zukünftige Android Versionen eignen.

Wer heute ein Handy kauft sollte darauf achten, mit zumindest 512 MB oder mehr entsprechende Reserven zu haben.

Batterieverbrauch

Eine Erfahrung macht wohl jeder, der von einem klassischen Handy auf ein Smartphone umsteigt: Kaum ist das Gerät aufgeladen, ist es auch schon wieder leer. Vor allem das Display ist heute der Stromfresser Nummer eins, dazu kommen häufige Datenverbindungen oder Dienste wie GPS. Um Gewicht zu sparen, wurde die Akkuleistung der meisten Geräte auf einen Tag durchschnittliche Nutzung ausgelegt, ohne tägliches Aufladen geht es also nicht – und bei intensiver Verwendung sogar noch öfter!

Sollte das nicht möglich sein, etwa weil man viel unterwegs ist, und dabei viel telefonieren muss, sollte man sich für ein kleineres Display entscheiden: es muss weniger Fläche beleuchtet werden, und die geringere Auflösung verbraucht weniger Leistung bei der Berechnung des Bildschirminhalts. Besitzer des HTC Legend berichten etwa, dass sie 2 Tage ohne Akkuladung auskommen, was mit dem größeren HTC Desire kaum erreichbar ist.

Allerdings sind sich auch die Hersteller des Problems bewusst, und investieren in verbesserte Technologien, vielversprechend sind hier zB Nova-Displays von LG, die bei gleicher Leistung deutlich weniger Strom verbrauchen. Außerdem lassen sich bei Android Handys Funktionen wie WLAN, GPS und die Displayhelligheit sehr einfach steuern, um zusätztlich Strom zu sparen.

Tastatur – Hardware oder virtuell?

Wer viel Text eingibt, wünscht sich vielleicht statt des virtuellen Keyboards am Bildschirm eine echte Hardware-Tastatur. Diese gibt es in zwei Ausführungen: direkt unter dem Display, im typischen Blackberry-Format, oder zum Hervorziehen hinter dem Display verbaut.

Die Qualität der Tastaturen unterscheidet sich allerdings stark: je weniger Platz zur Verfügung steht, desto kleiner und enger angeordnet sind die Tasten. Ob sich bei kleinen Blackberry-Tasten noch ein Vorteil im Vergleich zu einem virtuellen Keyboard ergibt, hängt wohl von der Größe der Finger und auch den individuellen Fähigkeiten ab.

Wenn die Tastatur ein wesentliches Kriterium ist, sollte man auf jeden Fall mehrere Handys beim Händler des Vertrauens ausprobieren, denn die Qualitätsunterschiede sind hoch. Auch die Tastenbelegung unterscheidet sich, manche Handys haben zB separate Richtungstasten oder frei belegbare Funktionstasten.

Die derzeit beste Tastatur am Markt hat unserer Meinung nach das HTC Desire Z. (Update: das Handy ist mittlerweile nicht mehr am Markt, generell gibt es -dank größerer Displays mit besseren Bildschirmtastaturen – kaum mehr Android Handys mit Tastatur.)

Der Preis für den Luxus echter Tasten ist allerdings ein Mehrgewicht von etwa 50 Gramm, was ca ein Drittel des Gesamtgewichts derartiger Handys ausmacht.

Android-Version, Updates

Eine der Schwächen von Android ist die starke Fragmentierung, also die Vielzahl an verschiedenen Modellen mit unterschiedlichen Betriebssystem-Versionen: da jeder Hersteller selbst entscheidet, welche Android Version für welches Gerät zur Verfügung gestellt wird, kann man sich nicht darauf verlassen, von der zuküftigen Android-Entwicklung durch Software-Updates zu profitieren.

Die Hersteller verfolgen hier unterschiedliche Philosophien, auch der Verkaufserfolg der einzelnen Modelle spielt eine Rolle bei der Entscheidung, ob sich eine Weiterentwicklung auszahlt. Wenn die Prozessorleistung und der Speicher eines Modells für die neueste Android-Version nicht mehr ausreichen, sieht es ebenfalls schlecht mit einem Update aus. Wer Updates will, sollte also entsprechende Reserven für die Zukunft einplanen.

Auf jeden Fall sollte man darauf achten, schon beim Kauf eine aktuelle Android Version an Bord zu haben – die auch alle gewünschten Funktionen bereits erfüllt. Sofern ein Update nämlich nicht ausdrücklich angekündigt wurde, gibt es keine Garantie, später neue Android-Versionen zu bekommen.

ct/heise.de android-updates heise.de

Am besten stehen die Chancen bei Bestsellern, da mit der hohen Kundenzahl auch ein entsprechender Druck auf dem Hersteller lastet. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass manche Hersteller, etwa HTC und Samsung, ihre Handys öfter und schneller updaten, als Mitbewerber, die die Weiterentwicklung mancher Geräte überhaupt aufgegeben haben. Natürlich sehr zum Ärger der Handybesitzer, die auf neue Funktionen verzichten müssen, obwohl ihre Hardware diese bieten könnte.

Am schnellsten und sichersten erhält man Updates, wenn man sich für ein Handy mit Google Nexus-Branding entscheidet. Diese gelten als Referenz-Implementierung des Betriebssystems, und werden als erstes mit neuen Android Versionen versorgt. Die Hardwarehersteller brauchen üblicherweise einige Monate, bis sie die entsprechenden Anpassungen für ihre eigenen Geräte vorgenommen und getestet haben.

Noch länger warten Besitzer von Handys mit Simlock (Bindung des Handys an einen Mobilfunkanbieter), da diese Geräte ihre Updates dann vom Mobilfunkanbieter bekommen, und es dabei noch zusätzlich zu Verzögerungen kommen kann.

Wer bereit ist, etwas zu basteln und auf die Garantie für sein Handy zu verzichten, kann auch inoffizielle Android-Versionen auf seinem Handy installieren. Diese werden von Android Fans angefertigt und in Foren wie xda-developers angeboten. So werden neue Android Versionen früher verfügbar, und oft auch für Handys, die vom Hersteller bereits aufgegeben wurden.

Wir empfehlen, nur mehr Handys zu kaufen, auf denen zumindest die Android Version 4.2 läuft.

Benutzeroberfläche (HTC Sense, Samsung TouchWiz, Motoblur…)

Obwohl alle Android Handys das gleiche Betriebssystem teilen, würde man es vielen auf den ersten Blick nicht ansehen:

Die Hersteller möchten sich nicht nur bei der Hardware unterscheiden, sondern auch dem System selbst ihre eigene Note verpassen. Dies gelingt allerdings nicht immer gleich gut.

Führend war lange Zeit HTC mit seiner HTC Sense Oberfläche, die nicht nur ein modernes Design, sondern auch viele praktische Zusatzfunktionen mitbringt. Sony konzentriert sich vor allem auf die Integration von Mediaplayer und Social Networking Funktionen, sowie neuerdings auch einer Spieleplattform. Samsung liefert mit TouchWiz ein hübsches Design, das sich allerdings sehr am iPhone orientiert. In neueren Handys kommen auch Features für Social Networking und Sicherheit dazu.

Motoblur von Motorola gilt als eines der weniger gelungenen Beispiele. Das Handy soll damit alle Neuigkeiten von Social Networks bis zur eMail-Inbox verwalten und organisieren können – bei der alltäglichen Anwendung sind viele Nutzer mit dem Ergebnis aber nicht sehr zufrieden.

Interessant sind die Sicherheitsfeatures, die von Anbietern wie HTC und Samsung angeboten werden: Handys lassen sich damit sichern und fernsteuern, etwa um nach einem Diebstahl vom Notebook aus die persönlichen Daten am Handy zu löschen.

Google Handys, sowie manche Modelle kleiner Hersteller, werden dagegen mit „pure“ Android ausgeliefert, also der ursprünglichen Android Oberfläche, wie sie von Google entwickelt wurde. Diese ist eher einfach gehalten und verzichtet auf Spezialeffekte (im Bild links unten am Google Nexus S zu sehen).

Kamera, Video, HD

Auch wenn Handys mittlerweile Fotos mit 8 Megapixel Auflösung aufnehmen können, sind sie trotzdem kein Ersatz für eine klassische Fotokamera. Die Bauform macht es notwendig, eine kostengünstige Mini-Linse zu verwenden, die gewisse Grenzen bei der erzielbaren Schärfe hat, Megapixel sagen daher über die Bildqualität noch weniger aus als bei echten Fotoapparaten.

Trotzdem hat die erreichbare Bildqualität mittlerweile ein erstaunliches Niveau erreicht. Immer bessere Bildchips und Bildverbesserungsfunktionen machen Schnappschüsse möglich, die zumindest für Facebook und Web-Anwendungen locker ausreichen.

Trotzdem sollte man sich von Megapixel-Zahlen nicht zu sehr beeindrucken lassen, denn wenn man ein Handy-Foto in Orginalgröße (Zoomlevel 100%) betrachtet, sind die Konturen trotzdem unscharf – egal mit wievielen Megapixeln dies dargestellt wird.

Als Beispiel hier zwei unbearbeitete Bilddateien in höchstmöglicher Auflösung, fotografiert mit den Android Handys HTC Desire [Bild] und Samsung Galaxy S [Bild]. Ob ein Handy also 8 oder 12 Megapixel bietet, macht keinen so großen Unterschied.

Was die Bildchips betrifft, ist im Android Segment derzeit Sony mit seinen Exmor-R-CMOS-Sensoren führend, auch Samsung Handys sind für gute Bildqualität bekannt.

Beim Thema Video kommt es, abgesehen von der Kamera-Qualität, auch sehr stark auf den Prozessor des Handys an. Wegen der großen Datenmengen müssen die Aufnahmen vor dem Speichern stark komprimiert werden, meist in das MPEG4/h264 Format. Wer in HD-Qualität aufnehmen will, braucht eine entsprechend leistungsstarke CPU. Einige Android Handys schaffen das bereits in 720p HD-Ready Auflösung, Dual-Core Handys sogar in 1080p.

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